Bild 365 der #365PhotoChallenge von Basti-Fritzsche
365

Und da ist es, das letzte Bild der Challenge. Damit geht ein langer Weg zu Ende und ich darf mich zunĂ€chst einmal bedanken, bei meiner unglaublichen Familie, die mich die ganze Zeit unterstĂŒtzt hat. Ebenso bedanken möchte ich mich bei meinen Freunden und Bekannten, die wĂ€hrend der Challenge alle nur noch bessere Freunde geworden sind und die mir mit vielen Tips und Ideen geholfen haben. Ohne Euch alle hĂ€tte ich das nie geschafft.

Eine solche Challenge ist nur zu schaffen, wenn man das Fotografieren in den normalen Tagesablauf fest einplant und es zu einem Ritual macht. Jeder Tag war aufgeteilt in die Zeit vor dem Foto des Tages, mit der Suche nach Ideen und Motiven, und der Zeit nach dem Foto, die ich bewusst genossen habe und mich zurĂŒcklehnte, ohne mit direkt Stress fĂŒr den nĂ€chsten Tag zu machen. Das Schreiben im Blog und das Veröffentlichen war eine ebenso schöne Aufgabe, wie das Fotografieren selbst und ich habe richtige Freude daran gefunden, Videos zu machen, oder Texte zu schreiben. Leider habe ich das immer wieder vernachlĂ€ssigen mĂŒssen und ich habe oft an einem Abend in der Woche die zurĂŒckliegenden Fotos auf einen Schlag veröffentlicht. Den Freiraum hatte ich mir aber schon in der Definition der Challenge genommen, denn es ging nur darum, ein Foto jeden Tag zu machen. Wann ich die Bilder veröffentliche, habe ich mir nie vorgeschrieben, denn das hĂ€tte nur zusĂ€tzlichen Stress gemacht und unter UmstĂ€nden der ganzen Challenge geschadet.

Ich konnte, wie erwartet, unglaublich viel lernen in einem Gebiet, von dem ich immer dachte, dass ich eigentlich schon alles weiß. NatĂŒrlich wusste ich auch, wie Blende, Belichtungszeit und ISO zusammenspielen und natĂŒrlich wusste ich auch, wie ich entsprechend auf verschiedene Lichtsituationen eingehen muss, aber es war nicht intuitiv und ich musste nachdenken, was ich heute nicht mehr muss, denn ich stelle die Kamera jetzt innerhalb von Sekunden auf das geplante Motiv ein. Nicht zu unterschĂ€tzen ist auch das Bearbeiten und Archivieren der Bilder. Der Workflow fĂŒr das tĂ€gliche Bild hat sich so, wie er jetzt am Ende war, erst am 200. Tag rauskristallisiert. Ich fotografiere immer in RAW und lade die Bilder mit Lightroom in Ordner meines 365 Katalogs. ZusĂ€tzlich fĂŒge ich alle Bilder eines Tages zu einer entsprechenden Sammlung hinzu, die genauso heißt, wie der Tag. Beim Durchsehen der Bilder mache ich schon die Bearbeitung und markiere gute mit einem weißen FĂ€hnchen (richtig gute bekommen noch bis zu 5 Sterne) und die schlechten mit einem schwarzen FĂ€hnchen. Wenn ich mit allen Bildern durch bin, lösche ich die Bilder mit den schwarzen FĂ€hnchen und markiere alle mit einem weißen FĂ€hnchen. Diese werden in ein iCloud Ordner exportiert wieder mit dem Namen des Tages, damit ich die exportierten Bildern mit Wasserzeichen und als JPG auf all meinen Apple GerĂ€ten abrufen kann.

Ein solcher Workflow klingt einleuchtend und bestimmt wĂ€ren Einige auch selbst auf diesen gekommen, ich aber musste viele Erfahrungen machen (auch schlechte), um schließlich da hin zu kommen. Das gute ist, dass ich diesen Ablauf aber zukĂŒnftig auch fĂŒr meine Fotografie im Allgemeinen verwenden kann und nicht nur fĂŒr die Challenge. Ich weiß, was mit Bildern passiert, wenn ich sie auf verschiedene Arten weiterverarbeite. Ein bisher noch sehr unbekanntes Terrain ist beispielsweise der Druck. Auch in dem Thema werde ich noch viel Erfahrung sammeln mĂŒssen, um auch dafĂŒr viellicht zukĂŒnftig einen Workflow zu haben. Bisher weiß ich nur aus verschiedenen YouTube Videos, dass man Bilder, die man drucken möchte, immer etwas heller anlegen sollte, weil sie im Druck automatisch dunkler werden, als auf einem beleuchteten Bildschirm – eigentlich auch einleuchtend.

Was mich an der Challenge im Nachhinein wundert ist, dass mir nie die Lust gefehlt hatte ein Bild zu machen, lediglich die Ideen zu finden war etwas auf das ich keine Lust hatte. Mir ist die Fotografie nicht auf die Nerven gegangen oder unliebsam geworden, weil ich Druck hatte, ich habe eher Freude empfunden, es nun annĂ€hernd professionell zu machen. Ich glaube aber nicht, dass ich davor gewahrt bin, schließlich die Lust an der Fotografie zu verlieren, wenn es mein Beruf wĂ€hre. Das hört man sehr oft von Berufsfotografen und das ist ein Grund, warum ich mir genau ĂŒberlegen werde, wie intensiv ich mit der Fotografie in Zukunft Geld verdienen möchte.

Was ist der nÀchste Schritt?
Ich möchte natĂŒrlich weiter fotografieren, zwar nicht unbedingt jeden Tag, aber ich werde die Kamera weiterhin immer dabei haben. Ich habe bereits einige Buchungen, fĂŒr eine Hochzeit (was mich am meisten freut), zwei Babyshootings und morgen schon ein Business Shooting. Mein Shop mit der Buchungsfunktion muss jetzt zeitnah fertiggestellt werden, damit ich auch anderen Menschen meine Hilfe anbieten kann. Aktuell bin ich fĂŒr jeden Auftrag dankbar und es ehrt mich, wenn jemand mich fĂŒr ein Shooting bucht und das ist aktuell mehr wert, als das Geld, dass ich dabei verdiene. Trotzdem ist das Geld natĂŒrlich ein Thema, denn ich werde natĂŒrlich auch nicht weiterhin mit 50 € pro Shooting arbeiten können. Das deckt nicht die Arbeitsstunden, die ich auch nach dem shooting noch mit der Nachbearbeitung habe – auch wenn das weniger werden wird, wenn der Workflow sich weiter optimiert – und deshalb muss mit marktĂŒblichen Preisen handeln und ich bin mir auch sicher, dass ich aktuell nicht schlechter bin, als andere Fotografen auf dem Markt. Viele werden denken, dass ich jetzt einen Höhenflug habe, aber ich bin eher der Meinung, dass ich den Fotografen Markt mit 50€ pro Shooting und 100 bearbeiten Bildern kaputt mache und das schadet allen anderen “Kollegen”, auch wenn das nicht meine Absicht ist.

Eine Challenge wie diese kann ich jedem nur empfehlen. Es ist ein unfassbar gutes Werkzeug, um sich in ein Thema einzuarbeiten und darin richtig gut zu werden. Den einzigen Tip, den ich jedem Interessierten mitgeben wĂŒrde ist, dass man die Wochenenden am Besten aussetzt, denn das war wirklich immer die schwierigste Zeit, wenn man die Familie als PrioritĂ€t hat und sich ein anderes Thema dann mit der Challenge dazwischen drĂ€ngelt.

Vielen Dank fĂŒr Eure Treue und ich freue mich schon, wenn ihr mir weiter folgt, denn ich werde weiterschreiben, in meinem Blog und in verschiedenen Posts bei Instagram, Facebook und WhatsApp. Es werden höchstwahrscheinlich auch ein paar mehr Videos bei YouTube dazukommen, denn daran habe ich große Freude gefunden. Ich habe so tolle Geschichten mit Euch allen erlebt, wĂ€hrend der Challenge und ich freue mich schon, wenn ich Euch alle wieder sehe, vielleicht sogar bei einem neuen Shooting.

Dankschön, euer Basti