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Wow, heute habe ich meine Retusche Künste ans Maximum getrimmt. Zunächst einmal habe ich mein Lichtzelt (Rewe Karton mit Papierverkleidung) optimiert, damit man weniger Papierübergänge und somit Schattenkanten hat. Dann dachte ich mir, es wäre cool, den kleinen Mini Cooper zu fotografieren, den ich mal bei Tschibo als USB Stick gekauft hatte. Als ich den so fotografierte, erinnerte ich mich an einen Fotografen, der Spielzeug fotografiert und dabei an ein Bild mit einem Auto im Schnee. Das wollte ich auch hinbekommen, nur eben weniger aufwändig, als dieser Künstler. Ich hatte nach unserer Waffelschlacht von gestern auch kein Mehl mehr zu Hause, weshalb ich zum Puderzucker greifen musste. Im Nachhinein sehe ich aber keinen Unterschied zu Mehl, außer dass es klebrigere Finger gibt.
Den Mini habe ich dann in meiner Puderzucker-Schneelandschaft fotografiert und dabei mit einem kleinen Küchensieb immer wieder Schnee auf das Dach fallen lassen. Das ist wichtig, weil der Schnee sonst unrealistisch aussieht, wenn er nicht tatsächlich von oben gerieselt kam.
Die Blende habe ich beim Fotografieren sehr weit geschlossen, so auf 10, um besonders viel Tiefenschärfe zu bekommen, denn bei Blende 2,8 hatte ich lediglich einen scharfen Kühlergrill und sonst nichts.
Auf die Idee, den Mini springen zu lassen kam ich erst nach ein paar Versuchen in der schönen Winterumgebung. Ich stellte den Mini auf einen kleinen Stein, stellte manuell scharf, auf dem Mini und machte ein Foto. Die Blitze stellte ich so ein, dass sie nicht zu viele harte Schatten werfen, denn besonders der Stein unter dem Auto sollte keinen Schatten werfen.
Das zweite Foto machte ich ohne Stein und Auto darauf, so dass ich beide Bilder in Photoshop übereinander legen konnte.
In Lightroom habe ich zunächst eine kleine Anpassung der Tiefen und der Farbtöne gemacht und danach beide Bilder als Ebenen in Photoshop geöffnet. Dort legte ich eine Maske über das Bild mit dem Auto und zeichnete den Stein aus dem Bild, denn in der Ebene darunter lag das Foto ohne Auto und Stein.
Den Hintergrund, nämlich den nebligen Nadelwald habe ich mir bei Pexels geladen, denn so etwas hatte ich einfach noch nicht auf Lager. Dieses Bild hat so gut gepasst, dass ich fast nichts daran machen musste, außer es etwas auszurichten.
Mit dem Effekt Pinsel habe ich am Ende noch ein paar Flocken hinter das Auto gemalt, damit es realistischer aussieht.
Das Endergebnis gefällt mir persönlich sehr gut und es ist verblüffend echt, wenn man auch durchaus das Spielzeug identifizieren kann. Zum inszenieren von Momenten kann das aber sehr hilfreich sein und es ist gut zu wissen, dass ich ein Bild eines anderen Künstlers nachahmen kann, indem ich die verwendete Methode erkenne und weiß, wie ich es selbst ebenfalls hinbekomme.

Jetzt erstmal gute Nacht liebe Leser

P.S: Noch ein paar Worte zu einer Sache, die mich im Moment beschäftigt und mich richtig traurig macht. Julien der kleine Junge, der in Spanien in den Brunnen gefallen ist. Ich kann nicht aufhören darüber nachzudenken und immer wenn ich meinen 2 jährigen Sohn ansehe, zerreißt es mir das Herz, dass ein so kleiner Junge so etwas schreckliches durchmachen musste. Sein Vater hat ihn kurz nach dem Unglück wimmern gehört – dieser Satz ist für mich das Schrecklichste, was ich mir jemals vorstellen könnte. Wie kann diese Familie wieder glücklich werden und wie kann man ihnen helfen, den Schmerz zu ertragen, den man jeden Morgen nach dem Aufstehen wie Stiche im Bauch in sich spüren muss. Es ist die schlimmste Bestrafung für eine Familie, zwei Kinder zu verlieren und das auf solch tragische Weise.
Wir haben alle unsere Probleme und wir sind oft überfordert mit unseren Kindern, aber das ist alles bedeutungslos, wenn man diese Geschichte hört. Ich bin so froh, dass es meinen Kindern gerade gut geht und dass ich sie in den Arm nehmen kann und das ich sie habe. Wieso muss erst so ein Unglück passieren, damit ich mir darüber so bewusst werde und es endlich zu schätzen weiß, eine so unfassbar tolle eigene Familie zu haben. Ich werde mich auf jeden Fall weniger beschweren, über meine Kinder und ihre Eigenheiten sondern froh darüber sein, dass es ihnen gut geht und lieber ab und zu 5 grade sein lassen, das nehme ich mir fest vor!